Festveranstaltung 175 Jahre Erfurter Unionsparlament
Dr. König: „Jede Generation muss den Wert der Demokratie für sich neu entdecken.“
Am Donnerstag (20. März) erinnert die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte mit einer ökumenischen Andacht und einer Festveranstaltung am Originalschauplatz im Augustinerkloster an 175 Jahre Erfurter Unionsparlament. Neben Landtagspräsident Dr. Thadäus König wird auch der Direktor der Bundesstiftung Orte der deutschen Demokratie-Geschichte, Dr. Kai-Michael Spengler, ein Grußwort halten. Festredner ist der Bundestagspräsident a.D. und Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Prof. Dr. Norbert Lammert.
Dr. Thadäus König: „Eisenach als Schauplatz des Wartburgfestes, Weimar als Tagungsort der Nationalversammlung der Weimarer Republik, Jena als Wirkungsstätte Eduard Rosenthals, einem Vater der Thüringer Verfassung, die Friedliche Revolution – diese Meilensteine der demokratischen Entwicklung der Deutschen sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Das Erfurter Unionsparlament von 1850 ist dagegen weitgehend in Vergessenheit geraten.“
„Dabei sind die Verdienste der Abgeordneten dieses Gremium beachtlich“, so Dr. König weiter. „Das Erfurter Unionsparlament war ein Ort leidenschaftlich geführter Debatten. Die Herausbildung der deutschen Parteienlandschaft erhielt von hier wichtige Impulse. Am Ende stand die erfolgreiche Verabschiedung einer gemeinsamen Verfassung, ein sorgfältig ausgehandelter Kompromiss.“
„Wie die Demokratie ausgestaltet und mit Leben gefüllt wird, muss jede Epoche aufs Neue verhandeln. Jede Generation muss den Wert der Demokratie für sich neu entdecken und definieren. Dieser Prozess ist entscheidend für die Akzeptanz von Demokratie. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie Demokratie vor uns gestaltet wurde. Die Erinnerung an das Erfurter Unionsparlament gewinnt dadurch ihre besondere Bedeutung.“
Zeit: Donnerstag, 20. März 2025, 14 Uhr
Ort: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt
Hintergrund
Im März und April 1850 tagte das Erfurter Unionsparlament, um eine Verfassung für eine geplante Union deutscher Staaten unter der Führung Preußens zu erarbeiten. Liberale und konservative Abgeordnete verabschiedeten einen Entwurf, doch der Staatenbund scheiterte letztlich am Druck der Großmächte Österreich-Ungarn und Russland, die eine preußische Hegemonie fürchteten.